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ein tag im leben eines chaoten … ähh … texters/online-redakteurs

ja, auf welche sorte tag soll ich da eingehen? da gibt es die, an denen man vor ideen und wortwitz sprüht, ich schon beim zähneputzen texte und sprichwörtlich überschäume. auf der anderen seite gibt es die „was schreib ich denn heute nur?“-tage, jene an denen man nicht einmal versteht, was einem die quelle sagen will und wie man grammatik schreibt.

bei mir überwiegen natürlich meist die schäumenden tage, also die, an denen der text aus meinem gehirn, über meine finger, auf die tastatur fließt. aber ich gebe zu, ich komme auch ab und zu ins wanken – redaktionsplan, kunden-wunsch und absegnung sind natürlich von enormer wichtigkeit für mich. dann ist ein redakteur also ein allrounder? naja, ich würde sagen, ein texter muss ein sehr einfühlsamer, sensibler mensch sein, um sich in eine situation versetzen zu können. ja da schließt man schon mal die augen, hat tagträume, führt selbstgespräche im büro, starrt in den monitor und zieht unbewusst komische grimassen … es sind solche, die noch beim brot abbeißen, obwohl sie den niesreiz bereits spüren. einen texter erkennt man daran, dass er verplant immer auf der suche nach der zündenden idee ist. wenn man also menschen sieht, die immer ein büchlein zur hand haben, um inspirationen festzuhalten, im restaurant die speisekarte fotografieren und bei tollen werbe-slogans zu jubeln beginnen, dann handelt es sich wahrscheinlich um einen texter/konzeptionisten. es sind die, die ein zerfetztes zetterl neben dem bett liegen haben, denn sehr oft kommen ideen im schlaf. personen, die sich schon auf die werbepause freuen und ihre familie mit begleitkommentaren zu jedem spot langweilen.

eher schräg also, aber eines ist klar: das schreiben muss man lieben und man muss es irgendwie im blut haben. ähh … nicht wieder verzetteln … nun zum text: blumig, aggressiv und sachlich – da kommen mir schon einige emotionen unter – an so einem tag. ich bekomme also eine themenstellung – so, ok – recherche, wünsche … und dann tippe ich los. ich habe also einen flow und haue rein, was die tastatur hergibt. meinen text lese ich oft durch, weil er mir nie gut genug sein kann. fertig? … nein … ich brauche ja noch ein ansprechendes bild … urheberrecht, copyright, nutzungsrecht, größe … ok ich kaufe eines … ach … da gibt’s nichts passendes – ja so brauche ich bei der foto-recherche oft länger, als für konzeption und text.

wenn ich mich mit kollegen unterhalte, höre ich, wie inspirierend abgabe-termine sind und die meisten lieben den satz „texte mir das noch schnell“ – denn unser beruf ist sehr von unserer tagesverfassung abhängig. aber eines habe ich noch nie gehört – dass ein texter mit einem anderen job tauschen will! dazu kann auch ich nur sagen: ich liebe meine arbeit und schon bekomme ich wieder feuchte augen … ja so ist das … den text leben … ich darf kreativ und flexibel arbeiten – ein wunderbares geschenk!

… und dieser text ist übrigens seeehr lang …

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